Hautpflege mit Heilpilzen
Rund ein Viertel der gesamten Biomasse der Erde gehört zum Reich der Pilze. Sie sind die großen Recycler der Natur: Pilze zersetzen Gestein und organisches Material und schaffen so fruchtbare Erde – die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und damit auch für das Leben von Tieren und Menschen. Ohne Pilze wären die natürlichen Stoffkreisläufe auf unserem Planeten nicht denkbar. Auch in der Hautpflege können Pilze unterstützen.
Viele Produkte des Alltags verdanken wir der stillen Arbeit von Pilzen: Brot, Käse, Bier und Wein aber auch Waschmittel oder Antibiotika entstehen durch Fermentation mit den unscheinbaren Spaltpilzen (Hefen). Die Entdeckung des Penicillins, welches aus einem Schimmelpilz gewonnen wird, veränderte die Medizin grundlegend. Pilze haben in der Volksmedizin eine sehr lange Tradition. So wurden bei der 5.300 Jahre alten Gletschermumie “Ötzi” in Tirol auch zwei Heilpilze in den Taschen gefunden. Einige Höhlenmalereien von Pilzen sind 7.000 – 9.000 Jahre alt.
Seitdem auch die östliche Naturheilkunde wie TCM oder Ayurveda im Westen Einzug gehalten haben, untersuchen Forscherinnen und Forscher zunehmend die Inhaltsstoffe und Wirkungen der sog. “Heilpilze”, “Vitalpilze” oder “Medizinalpilze”. So konnten viele Erkenntnisse aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wissenschaftlich bestätigt werden. Zahlreiche Heilpilze werden inzwischen in der modernen, ganzheitlichen Medizin in Form der Mykotherapie eingesetzt. Auch für die Hautpflege bieten sie neben den Meeresalgen wertvolle Wirkstoffe zum Schutz der Hautbarriere.
Inhaltsverzeichnis
Pilze sind keine Pflanzen
Pilze wachsen auf festen Materialien wie Humus, Holz oder anderen organischen Substanzen. Sie können aber auch in Gewässern und im Meer vorkommen. Ihre Formen und Lebensweisen sind äußerst vielfältig: Neben den bekannten Wald- oder Baumpilzen gibt es noch zahlreiche weitere Pilzgruppen wie z. B. kriechende Schleimpilze, die große Flächen bedecken können („Hexenbutter“), Leuchtpilze („Foxfire“), Insekten parasitierende Pilze und Würmer-fangende Schlauchpilze im Meer. Manche Pilze bilden psychoaktive Substanzen („Magic Mushrooms“). Auch die zur Fermentation genutzten Hefen gehören ins Reich der Pilze. Da sie kein Blattgrün (Chlorophyll) bilden, gehören Sie nicht in das Reich der Pflanzen.
Die meisten Pilze leben als sog. Saprobionten, d. h. sie zersetzen abgestorbene Pflanzen- und Tierreste. Damit sind sie unverzichtbar für den Nährstoffkreislauf der Natur und für das ökologische Gleichgewicht. Viele Pilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen als “Mykorrhiza”, einer Symbiose mit Pflanzenwurzeln, die den Nährstoffaustausch fördert und damit das Wachstum unterstützt.
Von den schätzungsweise 1,5 Millionen Pilzarten ist bisher nur ein kleiner Teil bekannt, weil die meisten Arten verborgen im Boden oder im Holz leben. Der allgemein bekannte Pilzkörper mit Hut und Stiel stellt nur die Fortpflanzungsorgane des eigentlich unsichtbaren Organismus dar. Der Pilz selbst besteht aus dem Mycel – einem sehr feinen Geflecht aus fadenförmigen Zellen, den sog. Hyphen. Dieses Netzwerk kann bei Schleimpilzen sichtbar pulsieren und erinnert an ein hirnähnliches Nervensystem. Die Mycelien artgleicher Pilze können miteinander kommunizieren und sogar genetisches Material austauschen.
Die wichtigsten Pilze in der Übersicht
In der folgenden Tabelle sind die bekanntesten Vitalpilze aufgeführt. Nicht alle Pilze haben gebräuchliche deutsche Namen. Die am häufigsten verwendeten Namen sind fett hervorgehoben. Die mit Stern gekennzeichneten Namen sind Arten, die auch in einheimischen Wäldern zu finden sind.
Inhaltsstoffe von Vital- und Heilpilzen
Die Inhaltsstoffe von Pilzen unterscheiden sich gravierend von denen der Pflanzen. Für die Festigkeit ihres Gewebes bilden sie keine Zellulose wie Pflanzen, sondern Chitin, aus dem auch das Außenskelett der Insekten besteht. Ähnlich wie die Algen bilden auch Pilze spezielle verzweigte und teilweise sulphatierte Zucker, die eine positive Wirkung auf unser Immunsystem haben (→ Artikel “Der Algenzucker Fucoidan”). Eine Gruppe dieser Pilzzucker – die β-Glucane (genauer β-1,3/1,6-Glucane) – gibt es in verschiedenen Formen mit unterschiedlichem Wirkungsspektrum. Allen gemeinsam ist ihre stärkende und modulierende Wirkung auf das Immunsystem.
- β-Glucane sind verzweigte Mehrfachzucker, die in einer Weise verknüpft sind, dass sie nicht von menschlichen Enzymen verdaut werden können und damit zu den Ballaststoffen zählen. Sie wirken antioxidativ, antibakteriell und unterstützen die Regeneration von Schleimhäuten und der Darmbarriere. Sie stimulieren das Immunsystem in niedriger Intensität über Toll-Like-Rezeptoren, was zu einer ausgeprägten regulierenden Immunantwort führt, die entzündungshemmende Prozesse im Körper fördert.
Sie kommen als natürlicher Zellwandbestandteil auch in verschiedenen Getreidesorten sowie Bakterien, Algen und Hefen vor. β-Glucane, haben eine feuchtigkeitsspendende Wirkung, verbessern die Hautelastizität und die Hautstruktur. Sie stimulieren die Kollagenproduktion und fördern die Regeneration der Hautzellen. - Triterpene sind ätherische Öle, die in Pilzen vorkommen. Manche Pilze können daher nach Mandeln („Mandelpilz“) oder fruchtig (Austernseitling). Der Reishi enthält die meisten Triterpene unter den Heilpilzen. Triterpene sind entzündungshemmend und immunstärkend. Sie wirken synergistisch mit den ß-Glucanen. Durch die starken antioxidativen Eigenschaften werden freie Radikale neutralisiert und die Haut vor oxidativem Stress geschützt, welcher ein wichtiger Faktor für die Hautalterung ist.
- Glycoproteine sind in einigen Pilzen wie der Schmetterlingstramete reichlich vorhanden und zählen zu den stärksten Immunmodulatoren in der freien Natur. Sie stimulieren die Regeneration der Hautzellen und verbessern die Hautstruktur und -integrität.
- Polyphenole wirken ebenfalls antioxidativ. Darüber hinaus können die in Pilzen enthaltenen Phenolverbindungen die Aktivität von Enzymen hemmen, die Kollagen und Elastin abbauen, und so zur Erhaltung der Hautfestigkeit und -elastizität beitragen.
- Statine sind ebenfalls in einigen Pilzen enthalten. Sie hemmen eine übermäßige Cholesterinbildung, was jedoch nicht mit isolierten Medikamenten vergleichbar ist.
- Eritadenin ist ein natürlicher Blutgerinnungshemmer, der die Fließeigenschaften des Blutes verbessert und den Blutdruck senkt. Es fördert die Aufnahme von LDL in die Leber und verhindert den Anstieg des Homocysteinspiegels. Dadurch reduziert es die Risikofaktoren für Arteriosklerose.
- Spermidin ist ein Botenstoff, der die zelluläre Autophagie („Müllentsorgung“) in Gang setzt. Er kommt in Mengen von 8 bis 16 mg/100 g in Kräuterseitlingen und Champignons vor.
Interessanterweise sind einige Pilze wie Chaga und Reishi in der Lage, das braune Pigment Melanin herzustellen. Dieses schützt sie vor Zellschäden durch UV und radioaktiver Strahlung und ermöglicht es ihnen, Energie aus kurzwelliger Strahlung zu gewinnen (→ Artikel “Melanin – der braune Hautschutzschild”).
Adaptogene – balancierende Wirkstoffe
Eine Modulation bedeutet in dem Fall, dass sie eine überschießende Immunreaktion dämpft und eine geringe Immunantwort fördert. Da diese Art der Wirkung auch die Stressresistenz fördert, nennt man sie auch “adaptogen” (engl. to adapt = sich anpassen). Adaptogene Pflanzen helfen dem gestressten Körper, in Balance zu kommen und üben daher einen positiven Effekt auf stressinduzierte Krankheiten aus. Adaptogene Pflanzen und Pilze kommen häufig in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda zum Einsatz. Ihre Wirkung ist mittlerweile auch in Studien gut untersucht, so dass viele dieser Mittel als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind. Der Begriff “Adaptogen” als Stoffgruppe wurde erstmals im Jahre 1947 von dem russischen Wissenschaftler Nicolai Vasilevich Lazarev verwendet.
Die besondere Kraft der Adaptogene entfaltet sich vor allem über die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse). Diese ist das Steuerzentrum unserer Stressantwort: Bei akuter Belastung schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, um wach, reaktionsschnell und leistungsfähig zu bleiben. Wird der Stress jedoch chronisch, bleibt der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht, was spürbare Folgen für das Immunsystem, den Schlaf, die Stimmung und den Stoffwechsel hat.
Wirkungen von Adaptogenen:
- erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen
- reduzieren die Auswirkungen von Stress
- reduzieren Entzündungsreaktionen im Körper
- beruhigen entzündete und unreine Haut
- wirken positiv auf die psychische Stresstoleranz
Adaptogene können der Haut helfen, oxidativem Stress zu widerstehen, vor physischen Stressfaktoren zu schützen, potenzielle Hautschäden auszugleichen und das Gleichgewicht der Haut wiederherzustellen. Sie stärken die Hautbarriere und sind daher besonders bei der irritierten und geschädigten Haut nutzbringend. Sie wirken aber auch den sichtbaren Folgen der Hautalterung entgegen.
Anti-Aging Pilze
Diese Pilze werden zur Verbesserung des Hautzustandes eingesetzt:
1. Das Silberohr „Tremella“
Tremella wurde schon vor über 1.000 Jahren zur Pflege der Haut und zur „Steigerung der Schönheit” von adligen Hofdamen verwendet. Die speziellen Pilzzucker des Silberohr eignen sich aufgrund ihrer hervorragenden feuchtigkeitsspendenden, hautpflegenden, geschmeidig machenden und glättenden Wirkung sowie ihrer entzündungshemmenden und antiallergischen Eigenschaften für die Verwendung in der Hautpflege. Seine Extrakte haben die Fähigkeit, der altersbedingten Degeneration von Mikrogefäßen in der Haut, wie bei Couperose und Rosazea, vorzubeugen (→ Artikel „Was sind Couperose und Rosazea?“). Die wasserbindenden und befeuchtenden Eigenschaften sind stärker als die der Hyaluronsäure und sorgen für eine gesunde, straffe und geschmeidige Haut.
2. Die Löwenmähne “Hericium”
Der wichtigste Pilz bei krankhaften Veränderungen der Haut ist der Hericium. Er hemmt bakterielle Entzündungen der Haut, dies fördert die Abheilung von Ekzemen und anderen Hauterscheinungen. Er fördert den Aufbau der Schleimhäute des Verdauungstrakts – insbesondere der Darmschleimhaut – und senkt so die Durchlässigkeit der Darmwand (→ Artikel “Die Haut ist ein Spiegelbild des Darms.“). Der Hericium stimuliert den Nervenwachstumsfaktor und ist in der Lage die Myelinscheiden der Nerven wieder aufzubauen. Extrakte der Löwenmähne wirken entzündungshemmend, was bei Hautreizungen, Rötungen oder empfindlicher Haut unterstützend sein kann. Die bioaktiven Stoffe regen die Kollagensynthese an und fördern die Zellregeneration und Heilung bei kleinen Hautschäden, Wunden oder Narben.
3. Der Eichhase “Polyporus”
Bei Hautproblemen, an denen das Lymphsystem beteiligt ist, wie z. B. Cellulite, Ödeme oder ein fahler Teint, empfiehlt sich die Verwendung des Polyporus. Er unterstützt sowohl die Lymphgefäße der Haut, als auch das Lymphsystem des Körpers (→ Artikel “Die Lymphe – ebenso wichtig wie das Blut”). Zum einen kommt durch diesen Vitalpilz die Ausscheidung von Giftstoffen aus den Geweben in Gang. Zum anderen können Abwehrzellen die Lymphgefäße schneller passieren. Im Polyporus wurde eine Vielzahl verschiedener Triterpene entdeckt.
4. Der Raupenpilz “Coriolus”
Ein weiterer geeigneter Pilz bei Hauterkrankungen ist der Coriolus. Er hat eine sehr starke immunstimulierende Wirkung. Die Einnahme des Coriolus aktiviert die zelluläre Abwehr des Immunsystems („Fresszellen“, “Killerzellen”). Der Pilz wird eingesetzt bei bakteriellen, parasitären und mykotischen Hauterkrankungen wie z. B. Fußpilz. Sie sind Anzeiger für ein ungesundes Hautmilieu, das immer ein Zeichen für einen aus der Balance geratenen Stoffwechsel und Immunsystem ist. Neben den physischen Vorteilen zeigt Cordyceps auch positive Effekte auf die Psyche. Der Pilz kann durch Stimulierung von Corticosteroiden das Stressempfinden verbessern und die allgemeine Belastbarkeit erhöhen.
5. Die Krause Glucke “Sparassis”
Aufgrund ihres überdurchschnittlich hohen β-Glucan-Gehalts wird die Hautfeuchtigkeit deutlich erhöht und der Transepidermale Wasserverlust (TEWL) reduziert, was zu einer verbesserten Hautbarrierefunktion führt. Die zusätzlich entzündungshemmenden und immunmodulierenden Eigenschaften fördern die Hauterneuerung und Wundheilung. Dadurch verbessert sich die Hautgesundheit und lindert die Symptome bei entzündlichen Hautleiden wie Neurodermitis (→ Artikel „Neurodermitis – Krankheit oder Chance?“).
Weitere Anwendungsgebiete
Die Wirkstoffe der Pilze können bei verschiedenen Beschwerden angewendet werden. Eine Auswahl ist in der folgenden Tabelle aufgeführt.
Seit einigen Jahren wird auch der Zunderschwamm wissenschaftlich untersucht und zeigt ein erstaunliches Wirkungspotential als Heilpilz. Der Zunderschwamm enthält besondere, dreidimensional aufgebaute β-Glucane, die die Hautgesundheit auf zellulärer Ebene günstig beeinflussen. Der Einsatz in Hautpflegeprodukten kann hervorragende Ergebnisse bei Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne (→ Artikel „Hormonchaos – Wenn die Pille für Akne sorgt“) und unreiner Haut zeigen. Bei der Verarbeitung des pulverisierten Judasohr entsteht ein zähflüssiges Gel, das als feuchtigkeitsspendende und regenerierende Packung angewendet werden kann.
Durch die Zugabe von pulverisierten Pilzen, z. B. Shiitake, bei der Zubereitung von Speisen lässt sich der Geschmack intensivieren, da viele Speisepilze den Umami-Geschmack (→ Artikel “Umami – der fünfte Geschmack”) enthalten und den Geschmackseindruck abrunden (→ Artikel “Kokumi – der sechste Geschmack?”).
Ein junges Start-up aus Kiel setzt das Silberohr Tremella in einem Fluid zur Hautdurchfeuchtung ein.
Tinkturen für die Haut
Heil- und Vitalpilze werden hauptsächlich gemahlen oder als Extrakte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) zur inneren Anwendung angeboten. Hautpflegeprodukte mit Heilpilzen gibt es sehr wenige. Hingegen lassen sich Algenextrakte (→ Artikel “Algen-Ferment ist Trend”) sehr gut zur Hautpflege einsetzen.
Um eine Heilpilztinktur selbst herzustellen, wird der durchgetrocknete Pilz geschrotet oder gemahlen.
Das Schrot oder Pulver kann mit heißem Wasser, Alkohol, Essig, Öl oder Oxymel („Sauerhonig“) extrahiert werden. Klassischerweise wird hochprozentiger Alkohol verwendet, da er ein breites Spektrum an Inhaltsstoffen herauslöst und gleichzeitig konservierend wirkt.
Wässrige Extrakte ohne Konservierungsmittel sind maximal zwei Wochen im Kühlschrank haltbar. Auszüge mit Öl (Mazerate) haben je nach verwendetem Öl ebenfalls eine begrenzte Haltbarkeit. Abkochungen (Dekokt) enthalten meist höhere Wirkstoffgehalte. Auszüge mit Alkohol, Essig oder Oxymel müssen mehrere Wochen dunkel stehen und gelegentlich geschüttelt werden. Sehr reichhaltig ist eine Kombination aus dem alkoholischen Extrakt, der anschließend mit dessen abgekochten “Trester” verdünnt wird.
Tinkturen mit Alkohol, Essig oder Oxymel dürfen nur verdünnt angewendet werden. Einige Tropfen in eine Creme eingerührt genügen bereits. Bei Wunden und rissiger Haut ist besondere Vorsicht geboten, da die Lösungsmittel auch in verdünnter Form reizen können.
Pilzmyzel als Lösung des Plastik-Problems
Das New Yorker Unternehmen Ecovative Design ersetzt seit 2007 Styropor durch Pilz-Material. Mit Myzelien, die auf Reststoffen aus der Landwirtschaft wie Hanf oder Maisblättern wachsen, produziert die Firma unter anderem Pilz-Verpackungen als nachhaltigen Ersatz für Kunststoffverpackungen. Das niederländische Unternehmen GROWN.bio ist Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2023 und produziert ebenfalls Mycel-basierte Verpackungen, die zu 100 % kompostierbar sind. Gleiches bietet das Tschechische Unternehmen MYCO. Das amerikanische Unternehmen MycoWorks stellt lederähnliche Stoffe aus Pilzmycel für die Modeindustrie her.
Es gibt auch Pilze, die in der Lage sind, Plastik wie Polyurethan zu zersetzen. Der im Meer lebende Pilz Parengyodontium album kann nach UV-Bestrahlung auch Polyethylen (PE) auflösen. Viele Forscherinnen und Forscher versuchen Methoden zu entwickeln, die Pilze gegen das Müllproblem einzusetzen.
Fazit: Pilze sind ein großartiger Rohstoff in vielen Bereichen und werden in Zukunft helfen, einige Umweltprobleme zu lösen. So liefern Heil- und Vitalpilze – ebenso wie Algen – interessante Wirkstoffe für die Gesundheit des Menschen. Die speziellen Zucker und weitere Inhaltsstoffe sind besonders wertvoll für das Immunsystem und für die Haut. Sie balancieren Ungleichgewichte aus und stärken die Hautbarriere bei besonderen Beanspruchungen, Schädigungen und Infektionen.
HINWEIS: Bei der Wildsammlung von Pilzen ist Vorsicht geboten, da es zu Verwechslungen mit giftigen Arten kommen kann. Die kommerziell angebotenen Pilzprodukte stammen aus kontrollierten Sammlungen oder von Zuchtpilzen. Einige Anbieter bieten Anzucht-Sets für die Pilzkultur zuhause an.
Literatur:
Ratgeber rund um Vitalpilze
Rukhsar et al., „Mushrooms in modern cosmetics: unlocking anti‑aging, antioxidant, and therapeutic potential“, Archives of Dermatological Research (2025) 317:542.
Luo et al., „Unlocking the Power: New Insights into the Anti-Aging Properties of Mushrooms“, J. Fungi (2024) 10, 215.
Paterska et al., „Macrofungal Extracts as a Source of Bioactive Compounds for Cosmetical Anti-Aging Therapy: A Comprehensive Review“, Nutrients (2024) 16, 2810.
Wang et al., „Algal β -glucan: Structure, immunomodulatory effects and application prospects“, Carbohydr Polym. 2026 Mar 15:376:124801.
Tagesschau-Artikel “Zukunftsmaterialien aus Pilzmyzel”
Bildnachweise:
Titelbild: Freepik.com (ohne Autor)
Birkenporling: Stefan P. auf Pixabay.com
Krause Glucke: Kerstin Herrmann auf Pixabay.com
Lamellenpilze: AI-generiert auf Freepik.com
Tabellen: Thorsten Walter, oceanBASIS GmbH














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