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Wissen

Algen – Gesundheit aus dem Meer

Fucus

Inhaltsverzeichnis

  • Deutsch-Dänisches Forschungsprojekt FucoSan
  • Von der Braunalge zum Produkt – ein langer Weg
  • Nachhaltige Lieferketten als Voraussetzung
  • Nutzen für die Gesundheit

Deutsch-Dänisches Forschungsprojekt FucoSan

Algen – das sind doch diese glibberigen Dinger, die beim Baden in Nord- und Ostsee plötzlich in den Zehen hängenbleiben…? Mancher Urlauber verzichtet lieber auf ihre Bekanntschaft und macht es sich gleich in einem unserer schönen norddeutschen, blau-weiß gestreiften Strandkörbe gemütlich. Also einfach nur ein lästiges Zeug? Weit gefehlt, denn Algen gelten nicht nur als die Regenwälder der Meere; sie bergen auch eine Vielzahl nützlicher Substanzen, die u. a. in der Medizin, Kosmetik und als Nahrung Verwendung finden. Das deutsch-dänische Forschungsprojekt FucoSan hat in den letzten 3 Jahren sogenannte Fucoidane aus Braunalgen erforscht, insbesondere ihre Eignung in den Bereichen der Augenheilkunde, der Knochenheilung und der Kosmetik.

Algen passen sich optimal an die Umwelt an: Sie behaupten sich in ihrem natürlichen Lebensraum gegen extreme Bedingungen, beispielweise wenn bei Sturm die Brandung gegen die Felsen kracht, an denen sie wachsen; oder wenn sie bei Ebbe trockenfallen und dennoch nicht austrocknen. Gelingt es, diese Kräfte auf andere Anwendungsbereiche zu übertragen, bieten Algenwirkstoffe auch für uns Menschen ein enormes Nutzungspotenzial. Unter der Vielzahl an Mineralien, Vitaminen, Zuckern und teils noch unerforschten Inhaltsstoffen der Algen findet sich auch das Fucoidan – ein Stoff, der hauptsächlich in Braunalgen vorkommt. Genauer handelt es sich bei Fucoidan um eine Stoffgruppe, d. h. eine Gruppe aus Zuckern mit ganz unterschiedlichen, gesundheitsfördernden Eigenschaften. So wird Fucoidan eine antitumorale Wirkung zugeschrieben, denn es verhindert das Ausbreiten von Krebszellen. Auf der Haut wirkt es feuchtigkeitsbindend, nachdem auch in der Alge selbst der Stoff Wasser bindet und so mitverantwortlich ist für ihre schleimige Konsistenz.

Von der Braunalge zum Produkt – ein langer Weg

Das EU-geförderte Projekt FucoSan widmete sich intensiv der Erforschung von Fucoidanen. Dabei analysierten die 8 Partnerorganisationen aus Dänemark und Deutschland verschiedene Aspekte auf dem Weg zur industriellen Nutzung von Fucoidanen. Untersucht wurden die nachhaltige Beschaffung von Braunalgen, ihre Aufbereitung, die Gewinnung des Fucoidans und Analyse seiner chemischen und biologischen Eigenschaften. Die unterschiedlichen Wirkungsweisen der Fucoidane wurden in einer Datenbank festgehalten und die Vernetzung von Forschung und Wirtschaft auf dem Gebiet verstärkt. Künftig sollen das Wissen über Fucoidane in der deutsch-dänischen Grenzregion weiter ausgebaut und die Entwicklung von Produkten und Geschäftsmodellen angestrebt werden.

Algen im Labor
Im Labor wurden die Braunalgen aufbereitet und die chemischen und biologischen Eigenschaften des Fucoidans untersucht.
Labor_Algen
Der Fokus lag auf den unterschiedlichen Wirkungsweisen der Fucoidane für eine Anwendung in Medizin und Kosmetik.

Nachhaltige Lieferketten als Voraussetzung

Die Firma CRM widmete sich im Projekt intensiv der Frage, wie die Beschaffung von Algen-Biomasse für die spätere Verwendung im industriellen Maßstab erfolgen könnte. Die Beschaffung von Braunalgen, zunächst für die Fucoidan-Gewinnung durch die Projektpartner, erfolgte dabei auf drei Wegen:

  • Kontaktaufnahme zu möglichen Lieferanten an Nord- und Ostsee sowie am Nordatlantik (u. a. in Frankreich, Island).
  • eigene Sammlung (im kleinen Maßstab)
  • eigene Anbauexperimente.

Es ging insbesondere darum, nachhaltige Quellen für Algen ausfindig zu machen. Bewertet wurden dafür die Art der Kultivierung, das Vorgehen bei der Ernte, die Zertifizierung der Firmen und der Algen. Auch eine nachhaltige Wildernte ist grundsätzlich möglich. Ein erfolgreicher Anbau hängt mit von der Algenart ab: So wird der Zuckertang (Saccharina latissima), dessen Wirkstoffe den Anwendern unserer Oceanwell-Kosmetik zugutekommen, bereits im größeren Maßstab kultiviert. Für den Blasentang (Fucus vesiculosus), welcher wertvolles Fucoidan enthält, gibt es eine solche Anbaumethode bislang nicht. Sie wurde nun im Rahmen von FucoSan erprobt.

Fucus-Anbau Plastikkörbe
CRM erprobte den Anbau von Fucus vesiculosus (Blasentang) in der Kieler Förde: In Zeiträumen von mehreren Monaten bis zu 2 Jahren wurden die Algen in schwimmenden Plastikkörben gezogen.
Fucus-Anbau Körbe von oben
Fazit: Ein Anbau scheint grundsätzlich möglich, die Kultivierung in größerem Umfang bedarf aber weiterer Untersuchungen.

Nutzen für die Gesundheit

Im Rahmen des Projekts wurden die Anwendungsmöglichkeiten von Fucoidan in drei Pilotprojekten getestet:

  • Behandlung der altersbedingten Erblindung (AMD)
  • Regeneration bei Brüchen und Knochendefekten
  • Kosmetik.

Dabei konnten im Rahmen der Grundlagenforschung gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgewiesen werden. Unser Team von oceanBASIS widmete sich, aufgrund der langjährigen Erfahrungen mit Meereswirkstoffen in der Kosmetik, intensiv dem Thema Hautschutz. Wir erforschten mit den Projektpartnern die Wirkung von Fucoidanen auf Hautpathogene (z. B. die Akne-Erreger) im Labor und haben bereits erste Testcremes auf Fucoidanbasis hergestellt. Außerdem sind wir dabei eine effektive Methode zu entwickeln, um Fucoidan und andere wertvolle Inhaltsstoffe für die weitere Verwendung aus Fucus vesiculosus zu extrahieren.

Wenn Ihr also beim nächsten Ostsee-Urlaub Algen am Strand findet, schaut doch einfach mal damit bei uns am Tiessenkai herein! Unsere Biologen können Euch viel dazu erzählen. Es kommt hier tatsächlich vor, dass der Chef an einem Sonntag ein Foto des schützenswerten Fucus serratus in die Kollegenrunde schickt, weil er diesen voller Begeisterung beim Spaziergang entdeckt hat …

Bildnachweis:
Titelbild: Nikolas Linke
Laborbilder: © FucoSan
Zuchtkörbe: CRM

Weiterführende Infos:
Oceanwell Podcast „Der Power-Zucker aus dem Meer: Fucoidan“
Kochen mit Algen: Hier geht’s zum Video „FucoSan – Cooking with Rafael“
Zur FucoSan Projekt-Website
Weitere Beiträge rund um das Thema Algen

  • Über die Autorin | Über den Autor
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Miriam Berwanger

Mein Name ist Miriam Berwanger, und ich bin bei oceanBASIS im Bereich Kommunikation und Marketing tätig. Beruflich gilt meine Leidenschaft dem Texten, privat liebe ich das Meer. Ich bin glücklich beides verbinden zu können, denn ich schreibe über wissenschaftliche Zusammenhänge sowie die Menschen hinter der Marke Oceanwell. Nach Feierabend entspanne ich beim Segeln oder einem Spaziergang am Strand…

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8. Oktober 2020/1 Kommentar/von Miriam Berwanger
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https://www.oceanblog.de/wp-content/uploads/2020/10/Nikolas-Linke-05199-scaled-e1601884531395.jpg 1600 2560 Miriam Berwanger https://www.oceanblog.de/wp-content/uploads/2023/11/oceanBLOG_Logo_web.svg Miriam Berwanger2020-10-08 08:03:012024-09-20 15:10:16Algen – Gesundheit aus dem Meer
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1 Kommentar

Trackbacks & Pingbacks

  1. Der Algenzucker Fucoidan - Oceanblog sagt:
    23. Mai 2023 um 8:20 Uhr

    […] vorangegangenen deutsch-dänischen Projekt FucoSan (2017 bis 2021) mit Beteiligung von oceanBASIS wurden die Wirkungen von Fucoidan in der Kosmetik, […]

    Antworten

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