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Kosmetik, Wissen

Oceanwell Naturkosmetik: Wie hoch ist der Anteil an natürlichen Inhaltsstoffen?

Strand und MeeroceanBASIS GmbH

Naturkosmetiksiegel wie NATRUE oder das BDIH-Siegel geben Sicherheit, dass die Produkte zertifiziert wurden und ausschließlich natürliche Stoffe enthalten sind. Doch wie groß ist denn überhaupt der Anteil an natürlichen Inhaltsstoffen in den Produkten? Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man dies transparent kommunizieren könnte. Dabei schlüsseln wir für Dich auf, wie sich der Naturanteil der Oceanwell-Produkte zusammensetzt.

Inhaltsverzeichnis

  • Das strenge NATRUE-Siegel
  • Die Berechnung des Naturanteils der Oceanwell-Produkte
  • Mit oder ohne Wasseranteil?
  • Der Bio-Anteil
  • Transparenz ist wichtig
  • Vergleich mit anderen Naturkosmetik-Standards
  • Vergleich zwischen ISO 16128 Standard und NATRUE Siegel
  • ECOCERT und COSMOS

Das strenge NATRUE-Siegel

Das NATRUE-Siegel, nach dem die Oceanwell Kosmetikprodukte zertifiziert sind, unterscheidet drei verschiedene Qualitäten der Inhaltsstoffe:

  1. Naturstoffe, ggf. aus kontrolliert biologischem Anbau (Bio):
    Dies sind unmodifizierte Substanzen aus der Natur, die physikalisch (z. B. aus Pflanzen) oder aus Mikroorganismen (z. B. aus Fermentation) gewonnen werden. Beispiele sind alle kaltgepressten Öle.
  2. naturnahe Stoffe auf Basis von Naturstoffen, ggf. aus kontrolliert biologischem Anbau (Bio):
    Dies sind Substanzen aus der Natur, die mittels ausgewählter chemischer Reaktionsverfahren modifiziert werden. Naturnahe Substanzen dürfen nur aus 100 % natürlichen Inhaltsstoffen und nicht aus künstlichen Stoffen stammen. Beispiele sind der Emulgator und Squalan.
  3. naturidentische Stoffe
    Dies sind Substanzen, die industriell reproduziert werden, aber auch in der Natur vorkommen. Hierbei sind nur ausgewählte Pigmente, Mineralien und Konservierungsstoffe erlaubt. So kommt z. B. Sorbinsäure bzw. Kaliumsorbat in Vogelbeeren vor, wird aber weltweit im Tonnenmaßstab chemisch hergestellt.

Diese drei Rohstoffqualitäten garantieren ein Höchstmaß an Natürlichkeit und Produktsicherheit, die NATRUE-Standards sind kostenlos und frei zugänglich. Mehr über NATRUE erfährst Du im → Artikel “Was ist das NATRUE-Label?”. Im → Artikel “Was bedeuten die INCI auf den Kosmetikprodukten” erklären wir Dir weitere interessante Facts zu unseren Inhaltsstoffen.

Die Berechnung des Naturanteils der Oceanwell-Produkte

Naturstoffe werden zu 100 % in den Naturanteil angerechnet. Können aber auch chemisch erzeugte, naturidentische Rohstoffe zu 100 % in die Berechnung einbezogen werden? Wie sieht es mit natürlich gewachsenen aber chemisch veränderten Rohstoffen aus?

In unserer Übersicht (s. Tabelle) ergibt sich der „Naturanteil“ aus 100 % abzüglich des Wasser-Anteils – und er resultiert aus der Aufsummierung der drei Qualitätsstufen “Naturstoffe”, “naturnahe Stoffe” und “naturidentische Stoffe”.

Wir haben uns überlegt, dass wir Dich entscheiden lassen, welche Qualitätsstufen für Dich den Grad an Natürlichkeit ausmachen. Daher haben wir alle Anteile der Produkte in der folgenden Tabelle aufgeschlüsselt. Die Prozentangaben basieren auf den vom Zertifizierer errechneten Werten (gerundet).

Tabelle mit Naturstoffanteilen der Oceanwell Produkte

Tabelle: So ermittelst Du den Naturanteil eines Oceanwell-Produkts: Zähle die drei NATRUE Qualitätsstufen zusammen. Addierst Du z. B. bei der Reinigungsmilch die Spalten Naturstoffe, naturnah und naturidentisch, erhältst Du den Naturanteil des Produkts (ohne Wasser!) – 21,3 %.

Mit oder ohne Wasseranteil?

Der Wasseranteil der Produkte wird bei der Bewertung nach NATRUE-Richtlinien nicht angerechnet. Dies gilt auch für das Meerwasser (Maris Aqua), von dem nur der Salzgehalt (1,5 %) angerechnet wird.

Beispiel:
Die Belebende Lotion enthält 69,6 % Wasser. Der Anteil der Naturstoffe beträgt 12,4 %, wird der Wasseranteil zusätzlich angerechnet, ergibt dies 82 % Naturstoffanteil.

Ein Wert über 80 % klingt zwar gut, aber spiegelt er tatsächlich wieder, wieviel “Natur” das Produkt enthält? Ein Hersteller könnte einfach wertvolle Öle durch Wasser ersetzen und somit Kosten sparen; er bekäme dennoch einen hohen Wert.

Der Reinigungs-Schaum enthält 87,3 % Wasser – der Naturstoff-Anteil ohne Wasser beträgt 4,2 %, mit Wasser hingegen 91,5 %. Schreiben wir 91,5 % Naturanteil auf das Produkt, würde der Eindruck entstehen, der Schaum enthält mehr Natur als die Lotion, dabei enthält der Schaum nur ein Drittel an Naturstoffen.

Daher haben wir uns entschieden – den NATRUE-Richtlinien folgend – den Wasseranteil nicht in den Naturanteil einzubeziehen. Somit siehst Du die tatsächlichen Naturstoffanteile und kannst für Dich entscheiden, ob Du die naturnahen und naturidentischen Anteile dazu addieren möchtest oder nicht.

Der Bio-Anteil

In der NATRUE-Labelstufe „Naturkosmetik“ können Bio-Naturstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) enthalten sein, in der Labelstufe „Biokosmetik“ müssen die im Produkt enthaltenen natürlichen und ggf. naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs zu mindestens 95 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung stammen.

Beispiel:
In der Belebenden Lotion mit dem “Naturanteil” von 30,4 % (ohne Wasser) ist der Bio-Anteil der Naturstoffe 79,2 %. Wie kann aber der “Bio-Anteil” höher als der “Naturanteil” sein? Berechnen wir hingegen den Bio-Anteil nur auf die Naturstoffe (12,4 %) an, dann ergibt dies einen Bio-Anteil (der Naturstoffe) von 9,8 % – also etwa ein Drittel des Natur-Anteils.

Transparenz ist wichtig

Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit für den Verbraucher ist uns als Gemeinwohl Ökonomie-bilanziertes Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Daher halten wir uns bei der Berechnung des Naturanteils an die NATRUE-Richtlinien und zählen den Wasseranteil nicht mit.

Dennoch ist es uns wichtig, dass die Verbraucherin und der Verbraucher gleichartige Produkt miteinander vergleichen kann.

Vergleich mit anderen Naturkosmetik-Standards

Neben den Naturkosmetik-Siegeln NATRUE, COSMOS und BDIH gibt es seit 2017 die ISO 16128-Norm, ein internationaler Standard in der Naturkosmetik. Der Standard unterscheidet die vier Rohstoffqualitäten natürliche Inhaltsstoffe („natural“), naturnahe Inhaltsstoffe („derived natural“), biologische Inhaltsstoffe („organic“) und abgeleitete biologische Inhaltsstoffe („derived organic“).

Um den Anteil an natürlichen Inhaltsstoffen („natürlicher Ursprung“ bzw. „natural origin“) eines fertigen Produktes zu berechnen, werden bei dieser Norm die Anteile der Inhaltsstoffe in Prozent mit dem sog. „Natural Index“ multipliziert und die Resultate inklusive Wasser aufsummiert.

Vergleich zwischen ISO 16128 Standard und NATRUE Siegel

Im Gegensatz zum gemeinnützigen NATRUE-Label, welches den Verbrauchern eine klare Orientierung bieten soll, wurde ISO 16128 als freiwillige Richtlinie für die Industrie entwickelt. Sie soll einheitliche Berechnungsregeln für den Gehalt an „natürlichen“ und „biologischen“ Inhaltsstoffen zur Verfügung stellen.

NATRUE-Produkte müssen mit dem zugehörigen Label als solche gekennzeichnet werden, nachdem sie unabhängig zertifiziert wurden. Nach ISO 16128 unterliegen die Hersteller keiner externen Kontrolle und können ihre Produkte selbst zertifizieren. “Zu 89 % aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs”, so oder ähnlich steht es nach dem ISO Standard mittlerweile auf vielen Kosmetikprodukten.

Insofern ist die Zielsetzung bei NATRUE und bei der ISO-Norm eine andere. Manche Kenner der Naturkosmetikbranche bemängeln allerdings, dass der ISO-Standard nicht ausreichend vor Greenwashing schützt. Lies dazu auch den → Artikel “Greenwashing – gefährliches Marketing”.

Vergleichstabelle NATRUE und ISO Norm

ECOCERT und COSMOS

Auch andere Zertifizierungen bzw. Siegel-Richtlinien im Naturkosmetikbereich wie ECOCERT und COSMOS unterscheiden sich in der Berechnung von den zuvor genannten NATRUE und ISO 16128 Richtlinien.

Die folgende Tabelle (englisch) vergleicht die Berechnungen der Natur-Anteile für vier verschiedene Kosmetikrohstoffe (anonymisiert), die jeweils aus einem Pflanzenextrakt, Wasser, Glycerin und ggf. Alkohol (#1) oder Benzoat + Zitronensäure (#2 und #4) bestehen.

Das COSMOS Siegel unterscheidet die Rohstoffqualitäten

  • Physikalisch verarbeitete Agrar-Bestandteile (PPAI) ggf. mit Bio-Anteil (PPAI organic)
  • Chemisch verarbeitete Agrar-Bestandteile (CPAI) ggf. mit Bio-Anteil (CPAI organic)
  • Nicht-natürliche Inhaltsstoffe (NNI bzw. “synthetic”)

Bei der Berechnung des Bio-Anteils bestehen gewisse Ähnlichkeiten zwischen ECOCERT, COSMOS und ISO 16128 Standard.

Vergleich verschiedener Naturkosmetik Standards

Wir möchten Deine Meinung dazu hören!

Wie denkst Du über unser Bestreben nach Transparenz?
Sollten wir den Naturstoffanteil direkt auf den Produkten beziffern?
Wie denkst Du über die Einberechnung des Wasseranteils in den Natur-Anteil?

Schreibe uns Kommentare hier im Blog!

Quellennachweise:
Titelbild: Foto: oceanBASIS GmbH
Produkttabelle: oceanBASIS GmbH
Vergleich ISO16128 – NATRUE: natrue.org/uploads/2021/08/ISO-16128_fact-sheet-NATRUE.pdf
Vergleich Zertifizierungen: dsm.com, „NATURAL/ORGANIC CERTIFICATIONS: Different guidelines – what are the differences?“, Juli 2018

 

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Thorsten Walter
Thorsten Walter

Mein Name ist Thorsten Walter. Ich bin Diplombiologe und habe nebenberuflich als Präventionspraktiker und Gesundheitsberater gearbeitet. Meine Aufgabe bei oceanBASIS ist der Bereich »actives«, also die Wirk- und Rohstoffe der Kosmetik.

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22. November 2024/1 Kommentar/von Thorsten Walter
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1 Kommentar
  1. Stefanie
    Stefanie sagte:
    7. Dezember 2024 um 9:36

    Danke für diese Einsichten, eine gute Basis für gute weil eigene Entscheidungen. Tatsächlich ist mir eine solche Transparenz, das Teilen von Wissen, extrem wichtig – und ich vermisse es oft, überall im öffentlichen Leben. Andererseits bin ich auch eine große Freundin von Vertrauen, einem „kuratierten Programm“. Ich entscheide mich für einen Hersteller und zugleich für seine Prinzipien – und möchte mich darauf verlassen, dass er diese einhält. Daraufhin benötige ich nicht jederzeit sämtliche Details.
    Im Zusammenhang mit „Natur“ und ihrem Anteil in Kosmetik-Produkten habe ich vor Kurzem sogar darüber nachgedacht, diesen bewusst zu verringern, da der Aufwand (für den Planeten wie für die an der Rohstoffgewinnung beteiligten Menschen) ungleich größer ist als eine Art Nachbau tauglicher Substanzen. Ein erster Test in diese Richtung fiel allerdings enttäuschend aus, im Wortsinn. Vor allem blieb zweierlei dabei sofort auf der Strecke: Haptik – und Freude.

    Antworten

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